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Hierbei wird der abzudichtende Kanalabschnitt hermetisch abgeriegelt und mit einer Flüssigkeit 1 befüllt, die eine gewisse Zeit im Abschnitt verbleibt und an den undichten Stellen in das umgebende Erdreich eindringt.
Nach dem Entfernen von Flüssigkeit 1 wird eine weitere Flüssigkeit 2 in den betreffenden Abschnitt eingefüllt und ebenfalls eine gewisse Zeit einwirken lassen. Auch diese Flüssigkeit 2 dringt an den undichten Stellen in das umgebende Erdreich ein und bildet mit der dort bereits befindlichen Flüssigkeit 1 ein Gel, das nach einigen Stunden aushärtet und versteinert. Auf diese Weise wird der so behandelte Kanalabschnitt nach innen und aussen hin abgedichtet.
Vor der Durchführung des Zwei- Komponenten- Flut- Verfahrens wird der bauliche Zustand des zu sanierenden Kanalabschnitts festgestellt. Vorhandene Pläne geben Aufschluss über Leitungsverlauf, Rohrdurchmesser, Lage von Hausanschlüssen und Revisionsschächten. Der Kanalabschnitt wird durch Hochdruckspülung gereinigt und anschliessend durch TV- Kamerabefahrung zur Erfassung des genauen Schadensbildes inspiziert.
Dann wird die Wasserverlustmenge im Kanalabschnitt gemessen. Dazu wird der abgesperrte Abschnitt mit Wasser befüllt und der Wasserverlust über die Zeit gemessen. Aufgrund der Wasserverlustmenge ist eine grobe Schadensabschätzung sowie eine Abschätzung der für die Durchführung des Sanierungsverfahrens benötigten Mengen an Sanierungsflüssigkeit möglich. Hiernach wird das Sanierungskonzept entwickelt, das auch weitere Sanierungsverfahren einschliessen kann.
Danach wird das Zwei- Komponenten- Flut- Verfahren durchgeführt. Dabei wird der betreffende Kanalabschnitt zuerst durch Hochdruckspülung gereinigt und anschliessend durch Absperrblasen abgedichtet, welche über an den Endpunkten des zu sanierenden Abschnitts vorhandene Revisionsschächte eingesetzt werden.Bild 1 zeigt solche Absperrblasen für verschiedene Rohrdurchmesser.
Dann wird der Kanalabschnitt mit Flüssigkeit 1 aus dem Sanierungsfahrzeug befüllt, welche über eine bestimmte Zeit im Abschnitt verbleibt. Jetzt dringt Flüssigkeit 1 in die schadhaften Stellen und durch diese hindurch in das umgebende Erdreich ein, wobei der Flüssigkeitsverlust beobachtet wird.
Dann wird die verbleibende Flüssigkeit 1 wieder zurück in den Tank im Sanierungsfahrzeug gepumpt, die Absperrvorrichtungen werden geöffnet und der Abschnitt wird zur Verhinderung von Ablagerungen mit Wasser durchgespült.
Anschließend werden die Absperrvorrichtungen wieder geschlossen und Flüssigkeit 2 wird in den Kanalabschnitt eingefüllt, die ebenfalls eine bestimmte Zeit darin verbleibt. Jetzt dringt Flüssigkeit 2 in die schadhaften Stellen und durch diese hindurch in das umgebende Erdreich ein und bildet in Verbindung mit der bereits befindlichen Flüssigkeit 1 ein Gel, welches durch Silikatbildung aushärtet.
Dabei wird der Flüssigkeitsverlust beobachtet. Ist nach einer bestimmten Zeit kein weiteres Absinken des Flüssigkeitsspiegels mehr zu beobachten, so ist der Kanal saniert und Flüssigkeit 2 wird zurück in einen zweiten im Sanierungsfahrzeug befindlichen Tank gepumpt. Abschliessend wird nochmals mit Wasser durchgespült.
Sinkt jedoch der Flüssigkeitsspiegel noch weiter ab, so wird das vorstehend beschriebene Verfahren, beginnend mit Flüssigkeit 1, wiederholt, bis der Kanalabschnitt dicht ist.
Die beiden Flüssigkeiten 1 und 2 sowie das an den undicht gewesenen Stellen und im Erdreich sich bildende Gel sowie dessen nachfolgend entstehendes Aushärtungsprodukt sind ungiftig und umweltverträglich.
Die in die Tanks im Sanierungsfahrzeug zurück gepumpten Flüssigkeiten 1 und 2 können für weitere Einsätze wiederverwendet werden. Deshalb liegen der Kostenberechnung für das Zwei- Komponenten- Flut- Verfahren nicht die gesamten angelieferten Mengen der Flüssigkeiten 1 und 2, sondern nur die jeweiligen Differenzen zwischen angelieferten und zurückgewonnenen Flüssigkeitsmengen zugrunde.
Deshalb ist das Zwei- Komponenten- Flut- Verfahren insgesamt umweltverträglich, kostengünstig und wirtschaftlich. Gesamte Systeme mit beliebigen Abzweigungen, unterschiedlichen Rohrquerschnitten, Krümmungen und Rohrbögen können auf diese Weise abgedichtet werden. Vorraussetzung für die Anwendbarkeit dieses Verfahrens sind statisch einwandfreie Kanalrohre und Kanalschächte. Das Verfahren ist für alle praktisch vorkommenden Bodenarten und Kanalrohrmaterialien geeignet.
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